Obenstehendes Editorial des Purple Magazines aus dem Jahr 2007 ist mit Abstand das kreativste und zugleich seltsamste seiner Art, dass ich seit einer ganzen Weile in den Weiten des Internets aufspüren konnte. Die Platzierung der Halbmasken, der hängende Frisierkopf, das Spiel mit absurden Proportionen und das verwaschene lila Haar des Models Shannan Click, tragen nicht weniger dazu bei und ziehen gekonnt in ihren Bann. Die sonst sehr schlichte Bilderreihe, erinnert durch das morbide Styling der einzigartigen Sabina Schreder an frühere Filme Tim Burtons.
Lindsay Lohans Brüste - Ein Phänomen für sich. Mal sind sie klein und knabenhaft, dann wieder groß wie Gymnastikbälle. Das achtzehnseitige Editorial der zwanzigsten Ausgabe des Muse-Magazins schmückt die 23jährige gemeinsam mit Petey Wright, dem Gewinner des V Man Ford Model Search-Wettbewerbs im letzten Jahr. Inspiriert wurde die Fotostrecke durch Kate Moss und Johnny Depp in den 90ern. Zwischen 1994 und 1998 flogen Whiskey-Gläser durch Nachtclubs, Hotelzimmer wurden zerlegt und Drogen konsumiert. Die vierjährige Beziehung zwischen den beiden war alles, nur nicht langweilig. Sie liebten, stritten, hassten sich – aber eins konnten Kate und Johnny immer besonders gut: Party machen. Genau wie Lindsay.
Neben der Arbeit als Frontmann von Sigur Rós und seinem Nebenprojekt mit Alex Somers, gibt es Neues von Jón Þór Birgissons weiterem Soloprojekt in Form einer wunderschönen Vorabsingle, die zum kostenlosen Download auf seiner Internetseite zur verfügung steht. Produziert wurde das Album von Peter Katis (Interpol, the National) und Nico Muly, der schon mit Björk, Antony and the Johnsons und Grizzlybear zusammenarbeitete.
Jónsi - Boy Lilikoi
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Leon Marks verträumtes Editorial für das aktuelle Hero-zine könnte besser gar nicht zu Berlins kaltem, deprimierenden Wetter passen. Am 1. Dezember war meteorologischer Winteranfang und dies scheint sich unser Wettergott penibel zu Herzen genommen zu haben. In Zeiten des Global Warmings ist der diesjährige Winter wirklich eisig und wird auch so schnell kein Ende nehmen. Ein bisschen fühle ich mich wie ein exotischer Vogel, der sich in wenigen Wochen über Weihnachten in tropische Gefilde zu retten versucht, um dem sibirischen Kontinentalklimas Berlins entkommen zu können.
Elizabeth Fraser, Sängerin der legendären, ätherischen Cocteau Twins, meldet sich nach über einem Jahrzehnt mit neuem Song 'Moses' zurück. Das letzte mal, dass sie zuvor einem Stück ihre engelsgleiche Stimme lieh, war 1998 für den Massive Attack Klassiker 'Teardrop'. Mit 'Moses' gedenken Liz und ihr Lebensgefährte Damon Reece ihrem engen Freund und Echo & The Bunnymen Keyboader Jake Drake-Brockman, der diesen September durch einen Motorradunfall verstarb. Elisabeth Fraser schichtet ihre Stimmen wie Schemen der verzückten Unverständlichkeit über und übereinander und schleudert sich im Duett mit sich selbst auf einem Kettenkarussell in schwindelnde Extase und andere Sphären. Alles dreht sich in eine neue Zeit, melancholisch und einsam durch eine laue Sommernacht. Mysteriös und romantisch, ohne jedoch weinerlich oder gar selbstmitleidig zu klingen. Die Geheimnisse sind es, die die Elixiere des Lebens tragen.