Mittwoch, 30. September 2009

Daily Inspiration # VI - Dawn Wiener



Schon zu Beginn dieses Blogs, hatte ich vor, irgendwann von meinem absoluten Lieblingsfilm schlechthin zu berichten, hielt es letztendlich doch nicht für angebracht und schien dieses Vorhaben zeitweise zu verdrängen. Es gibt bloß sehr wenige Filme, die ich so oft gesehen und studiert habe wie 'Welcome To The Dollhouse' (1995) mit der herrlichen Heather Matarazzo. Auf skurile Art und Weise, fühle ich mich der sympathischen Antiheldin dieses Films verbunden. Besonders in Zeiten wie dieser, in dieser so großen, tückischen und noch recht fremden Stadt. Wie Dawn Wiener habe auch ich einen Hang zu zum scheitern verurteilte Liebesbeziehungen und scheine für Pech in der Liebe und die Auswahl falscher Liebschaften prädistiniert zu sein. Passenderweise illustriert Regisseur Todd Solondz in seinen Filmen herrschende Vorurteile, indem er die Abnormität normaler Leute unterstreicht.

'Welcome To The Dollhouse' gehört in die Kategorie der ambitionierten Independentfilme. Er thematisiert die problematische Zeit der Pubertät der Hauptfigur Dawn Wiener, eine pummelige und unzufriedene Schülerin der 7. Klasse. Bei ihren Mitschülern ruft sie Ressentiments gegen Homosexuelle und Hässliche hervor, jenseits jeglicher 'political correctness' wird sie zu einem bevorzugten Objekt von Spott und Diskriminierung. Und zu Hause ergeht es ihr nicht viel besser. Neben der anmutigen Schwester in ihrem Ballettkleidchen und dem vernünftigen größeren Bruder an seinem Computer, wirkt sie wie ein Störfall der heilen Familienwelt.
Doch Dawn kapituliert nicht vor dem Elend ihrer Jugend. Mit einer Mischung aus Protest, Verweigerung, unvermuteter Stärke und Frechheit wehrt sie sich gegen die ihr zugefügten Demütigungen.



Weder falsche Sentimentalität noch verlogene Verklärung der Jugend finden sich in diesem tragikomischen Film. Lakonisch knapp erzählt, zeichnet Todd Solondz seine Figuren pointiert, ohne sie der Karikatur preiszugeben. Sinnfällig werden Erfahrungen einer Jugend als prekärem Übergang vom Kind zum Erwachsenen, eine Passage, die letztlich nur durch die Entdeckung der eigenen Stärken im Konflikt zu bewältigen ist.
Inzwischen kann ich ganze Passagen des Films mitsprechen und vergebe dem Portrait Todd Solondz', dem Underground-Comic-Artist des Realfilms, welcher selbst Gutmenschen dazu bringt über den Tod eines Kindes zu lachen, die Höchstwertung von zehn verschneuzten Taschentüchern.




'Not all girls want to play with dolls'

From head to toe



Dieser Look schreit geradezu danach Ende diesen Jahres auf ähnliche Art und Weise imitiert zu werden. Auch in seinen Visionen des kommenden Frühjahrs, setzt J.W. Anderson weiterhin auf großen, markanten Schmuck und verleiht so seinen sonst eher schlichten Designs einen sehr mysthischen, ethno-orientierten Look. So werden Armreifen, die sonst eher als Accessoire dienten, schlichtweg in Andersons Kleidung integriert, wodurch so mancher Ärmel mit hölzernem Schmuck endet.

La Nuit Revient






Magazin: Dazed & Confused Japan September 09
Fotografie: Xevi Muntane
Styling: Lotta Volkova Adam

Montag, 28. September 2009

Sometimes I feel like throwing my hands up in the air



Es stimmt mich nostalgisch-wehmütig, weil es mich an bestimmte, zudem gute Zeiten erinnert: 'You've got the love' von Florence And The Machine und der temporär besten Band der Welt, The XX.
The Briten haben sich in diesem Sommer heimlich und auf leisen Sohlen zum Hype musiziert. So zurückhaltend und eingekehrt wie ihre Musik ist, haben sie ihr formidables Debüt-Album nicht an die grosse Glocke gehängt, sondern ihre Schaffenskraft sprechen lassen. Und auch in ihren Songs, gibt sich das im Schnitt gerade mal 19-Jährige Quartett nicht so energiegeladen und selbstbewusst wie ihre Konkurrenz, sondern schüchtern und verletzlich. Ein genialer Kontrast zu dem sonst so energiegeladenen Original Candi Stations.

MP3: Florence And The Machine - You've Got The Love (The xx Remix)

the girl and the robot



Er ist berüchtigt für seine dramatischen Inszenierungen und revolutionäre Mode, der englische Modedesigner Alexander McQueen.
Folgendes Video aus dem Jahr 1999 zeigt Roboter, die eines seiner Models mit Farbe bespritzen. Die Haare, die Haut und das weiße Haute Couture-Kleid, sind übersäht mit Farbspitzern. Es sieht aus, als ob sich die Künstlerin Rebecca Horn mit ihrer 'Malmaschine' am lebenden Model ausprobiert hätte. Dazu erklingt Musik aus Tschaikowskys Ballett Schwanensee. Die Mode wird dabei konzeptionell - die vergängliche Modenschau zur Performance, die mit enormem Aufwand in Szene gesetzt wird.

Sonntag, 27. September 2009

zu schön um wahr zu sein



Als ich folgendes Lied das erste Mal hörte, konnte ich mir eine Träne nicht verkneifen. Wie bereits Washed Out, lassen mich auch Lake Heartbeat beim Hören ihrer Musik nostalgisch werden und sorgen für augenblickliche Sommerrevue-Passierungen per Exelence.
Nach Studio, JJ, The Embassy, Air France und The Tough Alliance folgt mit dieser Band der nächste Geheimtipp aus Schweden. Unter Lake Heartbeat wird Janne Kask in Kürze sein, vom derzeit omnipräsenten Dan Lissvik produziertes, Debüt 'Trust in Numbers' veröffentlichen.

Als hätte jemand The Embassy mit etwas besserem Gesang und mehr Vitalität ausgestattet. Es folgt die schwelgerische - durchaus süchtig machende - Balearic-Bassdrum-Nummer 'Blue Planet'. So lassen sich die warmen Monate gebührend ausklingen.


MP3: Lake Heartbeat - Blue Planet



Music which makes the world seem to be just candy coloured:



Von links nach rechts: Christopher Kane, Marc Jacobs, Burberry Prorsum - via style.com

Mittwoch, 23. September 2009

F*R*I*E*N*D*S



Wie jede Woche dinierten Anna und ich vergangenen Abend im einzigartigen Appartement in der Prenzlauer Allee. Thema des Abends war die wohl mit Abstand durchgehend witzigste und charaktersympathischste US-amerikanische Sitcom Friends und so versorgte man uns mit Ohrwürmern der 90er, kostenlosen Donuts und italienischer Pasta, während an die Wand über der festlich gedeckten Tafel, alte Sendungen der chaotischen Clique projeziert wurden.

Gibt es eigentlich noch halbwegs gute Sitcoms da draußen? Ich glaube, nach den 90ern haben die einfach aufgehört zu existieren. Friends, Seinfeld, Cheers, Frasier

Folgende Bilder entstanden auf dem Nachhauseweg und zeigen den übersättigten Besitzer dieses Blogs in einer Vintage Jacke, American Apparel Schal, COS T-Shirt, Nudie Jeans und A.P.C. Stiefeln.



Montag, 21. September 2009

summer's finally over



Wieder einmal etwas spät dran mit einer Entdeckung, doch Washed Out sind auch nach dem zuvor hochgelobten Jahrhundertsommer noch richtig gut.

Ernest Greene liefert mit seinem aktuellen Projekt Musik für einen goldenen Herbst und schenkt uns ganz große Songs und Melodien, die sehr intim und ganz ohne Showeffekte eingespielt wurden. Ich kann mich dieser Musik nicht mehr entziehen. Zumindest wenn es um Musik geht, bin ich eben doch hoffnungsloser Romantiker.

Deshalb hier und wunderbar:

Sonntag, 20. September 2009

in voller pracht



Mein Trench und ich - schon jetzt ein eingespieltes Team wie Bonnie und Clyde. Er schoss, sie lud nach. Kein Tag mehr ohne.

Das Bild schoss Mary von Stil in Berlin.

peter pan





Mein heutiger Sonntag besteht darin, mich durch sämtliche Editorials des nicht erwachsen werden wollenden Dauerjugendlichen Alex Dunstan zu klicken, der von niemand geringerem als Hedi Slimane von der Schulbank weg engagiert wurde. Ein raketenhafter Start in die erfolgreiche Modelkarriere, war dadurch quasi vorprogrammiert.
Oben seht ihr den 18-Jährigen Briten in einem wahrhaft inspirierenden Editorial des Fotografen Mark Pillais für die Dazed & Confused.

Donnerstag, 17. September 2009

kampf der giganten



Nicht bloß Whitney und Mariah, auch Toni bittet diesen Herbst zum Duell der Schönheits-OPs Diven.

Wer ihre Produkte der 80er und Mitt-90er Jahre begutachtet, wird schnell feststellen, dass der Erfolg dieser Künstlerinnen nicht unbegründet ist - glockenklare Stimme, perfekte Tonkontrolle und ein, zumindest in Live-Auftritten, mitreissendes Gefühl für die Musik.
Überhaupt muss sich die Braxton vor keiner Konkurrenz verstecken. Ihre Stimme klingt immer noch klar und frisch wie beim einstigen Mega-Tränendrücker 'Unbreak My Heart', doch scheint ihre neue Single austauschbar zu sein und erinnert an die jüngst veröffentlichten Singles Beyoncés und Kelly Clarksons, die sich bei genauerem Hinhören ohnehin bereits extrem und auffallend ähneln.

MP3: Toni Braxton - Yesterday

Black Holes and Revelations




Die letzte Zeit wurde es still um das Ablichten meiner Outfits. Da ich generell dazu neige, teure Gegenstände unabsichtlich zu zerstören, musste kurzerhand - wie sollte es anders sein - die Digitalkamera daran glauben.
Wollen wir jedoch hoffen, dass mir mein neuer Acne Pullover längere Zeit seinen Dienst erweisen wird. Dieser besteht aus grobem Strick mit feinen Löchern, die es auch Nicht-Exhibitionisten ermöglichen, in der U-bahn Haut zeigen zu können. Dazu trage ich silbernen Vintage Schmuck, eine Kill City-Hose und Stiefel von A.P.C. .

Mittwoch, 16. September 2009

white trash


Anna Trevelyan für das schwedische Rodeo Magazine. Alle Outfits dieses Editorials entstammen der jüngsten Kollektion der Absolventin des Royal College of Art, Katie Eary. Die Ausleuchtung der einzelnen Bilder, deren Charaktere die unterschiedlicher nicht sein könnten, sowie das einzigartige Styling, lassen mich an Harmony Korines' umstrittenes Werk 'Gummo', aus dem Jahre 1997 denken. Ein seltsam-halbdokumentarischer Bilderbogen, der Impressionen verlorener Kinder in einer unverständigen Welt zeigte.

Darya



Habe ich mich vor geraumer Zeit bereits als großer Darya Kurovska-Fan geoutet, so muss ich es an dieser Stelle wieder tun. Im Umfeld ihrer austauschbaren Kolleginnen fällt die Russin immernoch auf - und gefällt. Nicht nur den Modebossen, auch mir.

Auch für das Another Magazine macht sie wieder einmal eine gute Figur. Fotografiert wurde sie hierfür von Ben Toms, während Katie Shillingford für das traumhafte Styling verantwortlich gewesen ist.
Besonders den Bruch durch die ungewöhnliche Kombination aus aufwändig besticktem Jumpsuit und einem gewöhnlichen Jersay Sweater, halte ich für genial. Das Outfit wirkt verspielter, der Jumpsuit wesentlich jünger und frecher, während sich Darya als ideale Trägerin erweist. So gehört das Model definitiv zu den wenigen Menschen, die eine solch ungewöhnliche Kleidung problemlos tragen können, ohne gänzlich darin unterzugehen oder verkleidet auszusehen.

say hello to this new beauty




Berichtete ich vergangene Woche noch, dass ich den Mantel meiner Träume bisher nicht finden konnte, so wurde ich vorgestern doch unverhofft fündig und darf euch schon heute mein neues Schmuckstück vorstellen.
So entschied ich mich für eine eher konservative Garderobe, den Trenchcoat aus dem Hause Martin Margiela. Passt wie eigens für mich gemacht, ist klassisch, denoch so raffiniert und erinnert an die siebziger Jahre, als eine nahezu uniformierte Generation X in abgetragenen Flohmarktmänteln durch die Städte strich.

Donnerstag, 10. September 2009

now that's an outfit


Ali Stephens im 'I love shopping'-Editorial der Numero Tokyo, Oktober 2009

Mittwoch, 9. September 2009

the things that dreams are made of

Unten seht ihr den Wintermantel meiner Träume. Streng geschnitten wirkt er zwar klassisch, doch durch seine deutliche Farbabstufung außerdem herrlich unkonventionell, da durch sie die fast biedere Strenge des Schnittes vollkommen aufgelöst wird.

geschmacklos

Die neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag, die Regenbogen e.V. zusammen mit der Werbeagentur das comitee konzipiert hat, spricht eine deutliche Sprache. So lautet der Slogan 'Aids ist ein Massenmörder', während auf den Plakaten die größten Massenmörder der jüngsten Geschichte beim Sex zu sehen sind. Damit soll dem AIDS-Virus ein Gesicht gegeben- und die Deutschen mehr für das Thema sensibilisiert werden.
Man allerdings sollte dazu sagen, dass es sich hierbei um eine WERBEkampagne handelt und diese damit bloßem Selbstzweck dient.

  • Führt die Initiative zu weiterer Diskriminierung Betroffener? Egal.
  • Erniedrigt die Kampagne Frauen (Sexobjekt und Opfer)? Oder Männer (Täter und Infizierter)? Egal.
  • Stumpft die "breite Masse" durch solche Kampagnen nur noch mehr ab? Egal.

Cui Bono? Ich frage mich, wem so etwas wirklich nutzen soll. Der Verein selbst 'plaziert sich' zwar, ist im Gespräch, zieht Spenden und neue Mitglieder. Selbiges gilt für die verantortliche Agentur 'das comitee'. Soll heißen neue Aufträge und mehr Geld für Koks oder Bionade - oder gar beides. Die Hilfreiche Aufklärung der Kampagne dürfte jedoch gleich Null sein.

september songs



Gemeinsam mit Bertolt Brecht entwickelte Kurt Weill die Musik für das epische Theater, bevor er 1933 über Paris in die USA emigrierte und fortan für Hollywood und den Broadway schrieb. Der 'September Song' aus dem 1938 am Broadway uraufgeführten Musical 'Knickerbocker Holiday', dürfte Kurt Weills populärste und meines Erachtens schönste Komposition sein.

Dienstag, 8. September 2009

fade to grey

Die letzte Woche wurde es still um Be My Own Stylist - Mein Umzug in die Hauptstadt und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten, gestatteten mir jedoch nicht schon eher zur Tat schreiten zu können.

So reibungslos die Suche nach einer geeigneten Wohnung in Berlin auch verlief, umso trauriger ist die Tatsache, dass der Herbst bereits Einzug erhielt und das Glässchen Schampus auf meinen Berliner Einstand bei fröstelnden Temperaturen genossen werden musste.
Folgende Weekday-Sonnenbrillen würde ich jedoch selbst zu jeder noch so dürftigen Jahreszeit spazieren tragen. Die Teile sind wirklich erfrischend und mit den Preisen punkten die Schweden ohnehin immer. Der Sonnenschutz entstammt einer Kollaboration mit der österreichischen Designerin Ali Zedtwitz, die im vergangenen Jahr das Editorial in der Standard Beilage Rondo, des 9festival for fashion and photography, gewann.

Falls also zufällig jemand in absehbarer Zeit in Stockholm sein sollte..

Ali Zedtwitz for Weekday
Ali Zedtwitz for Weekday
Ali Zedtwitz for Weekday
Ali Zedtwitz for Weekday
Ali Zedtwitz for Weekday
Ali Zedtwitz for Weekday

Via Austrianfashion